Barrierefreie Türen

Besondere Gegebenheiten, ausgelöst beispielsweise durch Krankheiten oder das Alter des Menschen erfordern besondere Maßnahmen. Barrierefreie Türen können eine Maßnahme sein, um auf die neue Situation zu reagieren. In öffentlichen Gebäuden wird auf Barrierefreiheit weitestgehend geachtet. Doch in den eigenen vier Wänden sieht das meist ganz anders aus. Eine der schwierigsten Barriere für einen Rollstuhlfahrer und jemandem der auf eine Gehilfe angewiesen ist, ist die Türe. Das Öffnen und Schließen der Türe, sowie Türschwellen können schnell zum Hindernis werden. Daher ist es vor allem im Wohnbereich enorm wichtig barrierefreie Türen einzusetzen.

In der eigenen Wohnung, im eigenen Haus soll man sich so wohl wie möglich fühlen. Dazu gehört auch das freie Bewegen. Wenn die Bewegung aus gesundheitlichen Gründen jedoch bereits eingeschränkt ist, dann zählt jedes Detail um ein möglichst leichtes Leben und Wohnen zu ermöglichen.

Genormte Türen

Barrierefreie Türen sind nach der DIN Norm 18024-2 erhältlich. Mit Hilfe dieser Norm sind bestimmte Bedingungen festgelegt, auf die man sich bei einem Kauf solch einer Türe sehr gut vorbereiten kann.

  • So umfassen die Türen zum Beispiel eine Breite (Fertigmaß) von 90 Zentimetern.
  • Die Türen - egal ob Duschtüre, Toilettentüre oder Zimmertüre - sind so konzipiert, dass sie nicht nach innen schlagen. Dies verhindert Verletzungen und nimmt eine große Hürde.
  • Wenn die Türe Glaselemente besitzt, dann muss es sich um Spezialglas handeln, welche bruchsicher ist und über einen Kontrast kenntlich gemacht wird.
  • Schwere Türen wie beispielsweise Brandschutztüren, Garagentore oder Haustüren werden kraftbetätigt geöffnet. Das bedeutet mit anderen Worten, dass ein elektrischer Antrieb für das Öffnen und Schließen der Türen und Tore verantwortlich ist und bequem per Knopfdruck betätigt werden können. Es können aber auch manuelle Geräte eingesetzt werden wie Türheber und Feder, mit denen man automatisch mehr Kraft erzeugen kann.
  • Rotationstüren sollten nur dann eingesetzt werden, wenn eine Anordnung besteht.
  • Türanschläge und Türschwellen sind bekannte Hürden die komplett vermieden werden sollten. Wenn eine Türschwelle aus technischen Gründen vorhanden sein muss, dann darf diese jedoch nicht höher sein als zwei Zentimeter.
  • Alle Bedienelemente einer Türe, wie Türgriff, Türklingel, Briefeinwurfschlitz, Kartenlesegerät, Notrufschalter oder andere Schalter, Drücker und Taster müssen in reichweite angebracht sein. Dabei müssen auch die Menschen berücksichtigt werden, die in ihrer Greiffähigkeit eingeschränkt sind. Eine Richthöhe für die Bedienelemente der Türe liegt bei 85 Zentimetern.

Weitere Aspekte werden für eine barrierefreie Wohnung empfohlen:

  • Türen sollten mindestens 210 Zentimeter hoch sein.
  • Bei der Positionierung der Türen sollte darauf geachtet werden, dass sie im geöffneten Zustand nicht im Wege sind. So sollte sie zum Beispiel nicht in Flure rein ragen oder sogar Fluchtwege versperren.
  • Die Bodenfläche spielt ebenfalls eine große Rolle. Damit ein Rollstuhlfahrer Türen öffnen und schließen kann, muss er mit dem Rollstuhl entsprechende Bewegungen ausüben. Er muss mit dem Rollstuhl wenden und drehen. Dies ist nur möglich, wenn auch der Boden dies zulässt. Bei Schiebetüren, Fahrstuhltüren, Drehflügeltüren und andere Türen die sich automatisch Öffnen und Schließen sollte man für Rollstuhlfahrer eine Bewegungsfläche von 1,5 Quadratmetern einplanen. Vor Möbelstücken reichen 120 Zentimeter in der Breite.
  • Auch die Griffe spielen eine wichtige Rolle. Es gibt Griffe die sind waagerecht ausgerichtet und es gibt wiederum andere Griffstangen, die sind senkrecht angebracht. Je nach Einsatzort eignet sich die eine Variante besser als die andere. Generell sollte man für Griffe eine Höhe von 85 Zentimetern einrichten. Bei senkrechten Griffen kann man variieren und die Klinken in 85 - 105 Zentimetern Höhe anbringen.
  • Bei einer besonders breiten Türaussparung in der Wand sollte man im Zweifelsfalle zu zwei Flügeltüren greifen. Eine Flügeltüre sollte nicht breiter als 100 Zentimeter sein, damit sie ohne Kraftanstrengung bedient werden kann. Eine gute Lösung für solche Situationen sind Schiebetüren. Selbst schwere und massive Türen können dank einem Schienensystem sehr leicht an Seite geschoben werden.
  • Eine weitere sehr gute Lösung für große Türöffnungen sind sogenannte Raumspartüren. Sie sind spezielle Türen, die für barrierefreie Bereiche geeignet sind. Sie lassen sich mit einer Scharnierleiste zusammenfalten und leichter öffnen, da man nur 1/3 der Türe bewegt. Wer nun unschöne Türen erwartet, die eher in ein Krankhaus passen, als in eine Wohnung, der irrt sich. Diese Türen gibt es zahlreichen Materialien, Designs und Farben. Gestalterisch kann man mit dieser Türenwahl im Innenbereich einer Wohnung oder eines Hauses viel bewirken.
  • Letztendlich sollte man bei der Türenwahl, die ein barrierefreies Wohnen ermöglichen soll auch auf Sicherheitsaspekte achten. Haustüren sollten in jedem Fall einen Sicherheitsschutz gegen Einbrüche besitzen. Für alle anderen Türen im Haus, sowie für die Haustüre auch, sollte auf Feuer- und Rauchschutz geachtet werden.