DIN Normen Türen

Eine DIN-Norm ist ein Standard, der für die Allgemeinheit bestimmt ist und gewisse Prozesse vereinfacht. DIN Normen gibt es in sämtlichen Bereichen, die für die deutsche Wirtschaft von Interesse sind. Im Allgemeinen sind DIN-Normen jedoch als „privates Regelwerk mit Empfehlungscharakter” anzusehen. Sie müssen also nicht berücksichtigt werden. Beim Thema Hausbau und Innenarchitektur ist die Verwendung von DIN Normen jedoch von großem Vorteil, weil man auf diese Weise standardisierte Produkte erwerben kann. Jedes Sondermaß ziehen Sonderanfertigungen nach sich, die wesentlich kostspieliger sein können.

Die DIN-Normen werden vom Deutschen Institut für Normung festgelegt und richten sich nach den Erfahrungen, die in den jeweiligen Bereichen gesammelt wurden. Es gibt Normen die national, europaweit und international ausgerichtet sind. Man kann also davon ausgehen, dass die zur Verfügung stehenden DIN Normen im Türenbereich gut nutzbar und praktisch sind. Wer sich dazu ausgiebig informieren möchte, der wird mit dem DIN-Taschenbuch des Deutschen Instituts für Normung „Türen und Türzubehör” ein umfangreiches Werk erwerben.

Wer jedoch den einfachen gebrauch vorzieht, der wird im Fachhandel auf die DIN Normen Türen stoßen. Die Liste der DIN Normen für Türen und Sondertüren ist lang. Je nach Einsatzort ist es jedoch wichtig, die jeweiligen DIN-Normen zu kennen, um die passenden Aussparungen für die Türen bei der Planung zu berücksichtigen.

Beim Türenkauf kommt man bei der Auswahl der Anschlagart - also die Lage der Türenbänder - das erste Mal mit DIN Normen in Berührung. Bei Türen welche die Bänder auf der linken Seite benötigen, ist auf die Bezeichnung „Tür DIN 107 links” zu achten. Wenn die Bänder auf die Rechte Seite der Türe gehören, dann lautet die Bezeichnung „Tür DIN 107 rechts”. Wichtig ist zu wissen, dass die Seite der Türe von Bedeutung ist, von der die Türbänder sichtbar sein werden.

Zu den Standardtüren gehören Zimmertüren - oder auch allgemein Innentüren genannt - und Drehtüren. DIN EN 14351-2 lautet die DIN Norm für diese Art von Türen. Oft verbindet man mit DIN Normen ausschließlich die Festlegung von Standardmaßen. Solchen Normen umfassen aber in der Regel weit aus mehr Merkmale. Die DIN Norm für Innentüren ohne Feuer- und Rauchschutzeinrichtungen umfassen Angaben zu „werkstoffunabhängigen Leistungsmerkmalen” und geht dabei nicht auf das Türblatt selber ein, sondern auch auf die Zubehöre, wie Rahmen, mögliche eingebaute Oberlichter, Beschläge und vieles weitere. Eine andere DIN Norm gibt es wiederum für Innentüren, die spezielle Schutzmaßnahmen gegen Rauch, Feuer oder Schall enthalten.

Wenn man sich mit dem Kauf einer DIN genormten Türe auseinandersetzt, wird man feststellen, dass es eine ganze Reihe an Normen gibt, die jeweils nur für den speziellen Produkttyp gedacht sind. So gibt es beispielsweise für Brandschutztüren die DIN Norm 4102-5 und 4102-18. Diese Türen sind darüber hinaus in Brandschutzklassen T30, T60 und T90 aufgeteilt. Die Zahlenangaben geben an, wie lange - in Minuten angegeben - die Türen einem Feuer Widerstand leisten können. Rauchschutztüren sind wiederum mit der Kennziffer DIN 18095 gekennzeichnet. Diese Türen sind besonders abgedichtet und schließen selbstständig.

DIN Normen Türen gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Farben und Materialien. Die Standards der DIN Normen bedeuten nicht, dass jede Türe gleich aussieht und dass man in der Verwendung eingeschränkt ist. So hat man bei einer Innentüre zahlreiche Maße zur Verfügung, die man individuell für seine eigenen vier Wände nutzen kann.

Die Höhe der Türe ist in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger geworden. Denn der Mensch ist im Verhältnis zu früher um ein paar Zentimeter im Durchschnitt gewachsen. Die Personen, die heutzutage durch die Türen passen müssen, sind somit größer, dies zieht automatisch neue Standardmaße nach sich. In den 50er Jahren lag das Standardmaß einer Innentüre bei einer Höhe von 198,5 Zentimetern. Dieses Maß ist natürlich immer noch in den DIN Normen verankert, jedoch hat das Deutsche Institut für Normung auf die neuen Gegebenheiten reagiert und ein weiteres Standardmaß von 211 Zentimetern festgesetzt.

Für den Wohnungsbau von Bedeutung ist auch die DIN Norm 18101. Sie gibt Standardmaße für ein- und zweiflüglige Türen vor. Ein beliebtes Standardmaß für Innentüren beträgt 610 Millimeter in der Breite und 1.860 Millimeter in der Höhe. Die größte Türe nach dieser DIN Norm ist 1.110 Millimeter breit und 2.110 Millimeter hoch.

Wenn man sich selber um den Türenkauf und Türenbau kümmert, sei es für den Innen- oder den Außenbereich, dann helfen einem die Standardmaße dennoch nicht, wenn man sich mit den ganzen Fachbegriffen nicht auskennt. Bei einem Blick in professionelle Bauanleitungen wird man als Laie, ganz ohne Fachkenntnisse, schnell an seine Grenzen geraten.

Wichtige Fachbegriffe sind zum Beispiel:

Zierbekleidung und Falzbekleidung. Die Zierbekleidung einer Türe schützt das Futter des Türenrahmens und gibt ihm eine ordentliche Optik. Die Falzbekleidung hat die gleiche Funktion und ist ein Bestandteil der Türzarge. Durch sie wird der Übergang zur Wand geschaffen.

Das bereits erwähnte Futter ist nichts anderes als der Türrahmen. Häufiger werden die Begriffe Türrahmen und Zarge verwendet, für den Fall der Fälle sollte man jedoch auch mit dem Begriff Türfutter etwas anfangen können.

Das Türband ist ebenfalls ein wichtiges Element der Türe, ohne das die Funktion einer Türe nicht zu tragen käme. Ein Türband ist das Scharnier, was an einer Seite der Türe angebracht ist und ermöglicht ein möglichst müheloses Drehen, Öffnen und Schließen der Türe.

Die Drückergarnitur ist bei vielen Türen bereits durch ein Komplettangebot dabei. Man kann sie sich jedoch auch individuell aussuchen. Dank der DIN Normen kann man beim Kauf sicher sein, dass die ausgesuchte Garnitur in die vorhandene Türe eingebaut werden kann. Die Drückergarnitur besteht aus dem Türgriff und dem Drückerschild, welches den Griff und das Schlüsselloch miteinander verbindet. Es gibt jedoch aus Ausführungen, wo Schlüsselloch und Türgriff in zwei einzelnen Schildern untergebracht sind.

Bei Türen, die einen gewissen Sicherheitsaspekt verfolgen, gehört das Einsteckschloss dazu. Hier gibt es verschiedene Sicherheitsklassen und verschiedene Möglichkeiten einem Einbruch vorzubeugen.

Das Schließblech ist das Gegenstück zum Einsteckschloss. Dort rastet das Schloss ein und hält die Türe im aufgeschlossenen und zugeschlossenen Zustand im Türrahmen fest.

Die Türschwelle ist eine in den Boden eingelassene Leiste und dient dazu, der Türe eine größere Dichtheit zu verleihen indem Lärm und Zugluft nicht mehr so leicht hindurch gelassen werden. Die Türschwelle ist leicht erhaben, worauf man in barrierefreien Wohnungen nach DIN 18025 verzichtet.