Einbau von Türen

Der wahre Handwerker und Hausbauer besteht bei einem Haus- und Wohnungsbau meistens darauf, die Türen selbsthändig einzubauen. Nun gibt es viele Türenarten, viele Türenmaße und viele Details, die beim Einbau von Türen zu berücksichtigen sind. Mit ein wenig handwerklichem Verständnis ist ein Türeneinbau jedoch kein Hexenwerk.

Der Einbau einer Haustüre erfordert natürlich etwas mehr Fingerspitzengefühl und Geschick, als der Einbau eines Gartentors. Es kommt letztendlich auch auf die Sicherheitsstandards, die berücksichtigt werden müssen. Wenn eine Türe nicht nur gut schließen muss, sondern auch noch einen gewissen Schallschutz erfüllen soll, dann ist exaktes Arbeiten erste Priorität.

Doch bevor man selbst ans Werk geht, sollte man sich mit der Materie „Türe” vertraut machen. Es gibt zahlreiche Fachbegriffe, die in einer professionellen Aufbau- und Einbauanleitung geschrieben stehen, die jeder Türeneinbauer verstehen und kennen sollte.

Fachliche Grundlagen

Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Bauformen einer Türe. Die häufigste Variante, die in den nationalen und internationalen Häuser und Wohnungen vorzufinden sind, ist die Anschlagtüre. Sie besitzt ein bewegliches Türblatt, welches mit zwei oder mehreren Scharnieren am Türrahmen angebracht ist. Das Türblatt kann man auf diese Weise drehen und die Türe öffnen und schließen.

Die zweite Version von Türe ist die Schiebetüre. Wie der Name schon vermuten lässt wird die Türe nicht gedreht sondern von einer Position zur anderen geschoben. Die Türe wird in einem Schiebesystem eingehangen und mit Hilfe von Rollen bequem von einer Seite zur anderen bewegt. Besonders im Wohnbereich kommen Schiebetüren sehr gut zur Geltung und schaffen eine harmonische Atmosphäre.

Die Falttüre ist die dritte Variante und nicht mehr so häufig verbreitet wie früher. In den 70er und 80er Jahren kam diese Türenart in Mode und wurde besonders gerne zur Trennung von Esszimmer und Wohnzimmer verwendet. Die Türe besteht aus einzelnen Scharnierbändern, die sich beim Öffnen zusammenfalten und im geschlossenen Zustand eine gerade Fläche ergeben.

Das Türblatt ist der Teil, der als Türe bezeichnet wird. Er besteht in der Regel aus einem Kernmaterial und einer Außenschicht, die dem ganzen eine Optik verleiht. Das Türblatt ist das bewegliche Element und bewegt sich im Türstock.

Der Türstock wiederum ist der innere Teil des Rahmens. Dabei unterscheidet man zwischen Türsturz (obere Teil), Türschwelle (Teil des Bodens), Türzarge (auch Türfutter genannt), Blindstock (Putzleiste) und Blende (Sichtleiste).

Die Türzarge besteht aus drei Teilen und bildet einen Rahmen um die Türe herum. Sie ist so zu sagen die Blende und übernimmt optische Funktionen. Der Blindstock dagegen ist nicht sichtbar und verbirgt sich in der Wand und wird in der Rohbauphase mit eingebaut. Mit Hilfe des Blindstocks ist es möglich, das Türblatt erst nach den Bauarbeiten einzusetzen, was mögliche Schäden vorbeugt. Die Blende bezeichnet nicht weiter als die Zierblende, die bei der Zarge mit integriert ist. Dann gibt es noch die Türefalz und die Türedichtung. Es gibt ihn gefälzt und stumpf. Bei besonderen Einsatzorten, wo die Türe besondere Ansprüche im Bereich der Wärme- und Schalldämmung erfüllen muss, können Doppel- und Dreifachfalz zum Einsatz kommen, die für eine höhere Dichte sorgen.

Die Türdichtung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Hier verbergen sich bei manchen Türenschnäppchen die Materialschwächen. Eine gute Dichtung ist nicht nur wichtig, wenn man auf eine Schalldämmung wert legt. Eine gute Gummidichtung schützt auch das Material der Türe beim ständigen Öffnen und Schließen der Türe. In der Regel bestehen die Dichtungen aus Kunststoff oder Gummi. Eine Türdichtung besteht aus einem Stück und wird an allen drei Seiten der Türzarge, rund um die Türe montiert. Die Bodendichtung kann entweder über eine Dichtung im Boden, oder über einen Türschleifer, der am Türenblatt moniert, ist erfolgen.

Wenn man in einer Einbauanleitung das Wort „Beschläge” liest, dann können das funktionelle oder verzierende Teile, die an der Türe angebracht sind, sein.

Die Türeangel ist die Drehachse, über die sich die Türe bewegen kann. Die Angel wird in der Regel in den Rahmen eingebohrt und verschraubt. Das Türband ist von der Bezeichnung her, nach den heutigen Bauweisen mit der Angel gleichzusetzen. Je nach Ausführung kann das Band in Höhe und Neigung eingestellt werden. Für normale Türen werden zwei Bänder am Türblatt angebracht. Bei schwereren Türen kommt es schon mal vor, dass auch mehrere Bänder zum Einsatz kommen, damit das Gewicht gleichmäßig verteilt und getragen werden kann.

Das Türschloss ist dazu da, die Türe zu verschließen und besteht aus einer Schlossfalle, einem Türdrücker (oder auch Türklinke genannt), einem Schlossblech, einem Türriegel und einem Schließzylinder. Diese Gegenstände sind jedoch meistens beim Türenkauf bereits eingebaut.

Der Einbau

Zu den Vorbereitungen gehören zum einen natürlich das Ausmessen der Tür-Aussparung und das Kaufen der gewünschten Türe. Je nachdem ob es sich um den Einbau von Haustüren oder Innentüren handelt, unterscheiden sich manche Arbeitsprozesse natürlich voneinander. Daher wird im Folgenden die Vorgehensweise einer normalen Zimmertür beschrieben, bei der auch die Türzarge eingebaut werden soll.

Die Türzarge wird zunächst an den Ecken zusammengesteckt und befestigt. Die dafür vorgesehen Klammern und Schrauben werden in aller Regel vom Hersteller mitgeliefert. Zunächst werden Bänder, Dichtungen und Blenden eingebaut, bevor es an das Zusammensetzen der Garnitur und es Türblattes geht.

Bevor man im nächsten Arbeitsschritt die Türzarge aufstellt und in die dafür vorgesehene Stelle einpasst, sollte man natürlich bedenken, dass anschließende Bodenarbeiten nicht durchgeführt werden können, wenn die Türzarge direkt an den Boden angrenzend montiert wird. Für mögliche nachträgliche Bodenverlegarbeiten sollte man also Holzplättchen unterlegen, die den späteren Abstand zum Bodenbelag simulieren.

Die Türzarge ist mit einer Wasserwaage auszurichten, damit die Türe letztendlich gerade in der Fassung hängt und nicht über den Boden schleift. Damit sich die Zarge nach das Quellen des Bauschaums nicht verzerrt, sollte der Rahmen mit Keilen fixiert werden. Bevor der Bauschaum jedoch zum Einsatz kommt, sollte man sicher gehen, dass die Türe auch richtig sitzt und bereits das Türblatt zur Probe einhängen. Der Bauschaum dichtet anschließend nicht nur die Lücken zwischen Zarge und Wand ab, er verklebt die Zarge mit der Wand und verleiht Stabilität. Da sich der Bauschaum enorm ausdehnt, müssen überstehende Bereiche anschließend entfernt werden, bevor das Türblatt final eingesetzt werden kann.

Das Türblatt wird last but not least feinjustiert, in dem die Bänder an Tür und Zarge nachgestellt werden. In wenigen Arbeitsschritten gelangt man auf diese Weise zu einer funktionstüchtigen Türe.